
Liebe Freunde und Unterstützer unserer Realschule in Kambodscha,
wir möchten Sie ganz herzlich einladen, unsere Schule zu besuchen. Kommen Sie nach Kambodscha, genießen Sie die großartigen Tempel und sehen Sie, wie unsere Schule sich nicht nur räumlich erweitert hat, sondern wie auch eine wunderschöne Atmosphäre entstanden ist.
Unsere Junior-High-School eröffnet etwa 230 Kindern und Jugendlichen einen Bildungsweg, der eine glücklichere Zukunft ermöglichen soll. Um die beruflichen Chancen in diesem aufstrebenden Tourismusgebiet anzuheben, bieten wir neben dem offiziellen Lehrplan Computer-, Näh-, Kunst- und Werkunterricht und zusätzliche Kurse in Englisch und Deutsch.
Damit die Eltern ihre Kinder in eine weiterführende Schule gehen lassen, erhalten alle unsere Schüler Frühstück und Mittagessen, bestehend aus Reis, Gemüse und ein wenig Fleisch oder Fisch. Die Internatsschüler bekommen zusätzlich ein Abendessen.
Ab und zu gibt es eine Nachspeise aus Süßkartoffeln, Bananen oder Papaya, die in unserem Garten wachsen. Unsere Schüler sind wirklich nicht anspruchsvoll und sehr zufrieden mit dem Essen, das unsere beiden Köchinnen zubereiten.
Besonders am Herzen liegt uns der ökologische Obst- und Gemüseanbau, damit sich unsere Schule später einmal selbst versorgen kann. Die Kosten für die Ernährung unserer Schüler und Angestellten sind sehr hoch und unser Schulgarten reicht bei weitem nicht aus, um diese zu decken.
Daher haben wir im Osten unseres Schulgrundstücks 7000 Quadratmeter Grund dazu gekauft. Eine Hälfte davon wird mit Gemüse bepflanzt, auf der anderen Seite wurden viele verschiedene Obstbäume gesetzt. Unser Freund Armin Kluge aus Kanada ist Spezialist für biodynamischen Anbau und so hoffen wir, dass dieser Garten gute und gesunde Früchte tragen wird. Gleichzeitig können einige unserer Schüler eine fundierte gärtnerische Ausbildung bekommen.
Die Gegend von Peak Sneng ist reines, häufig noch ungenutztes, Agrarland. Die Zukunft liegt in der Kultivierung und in der richtig genutzten ökologischen Landwirtschaft.
Über 50 % der Familien leben hier unterhalb der Armutsgrenze von 1 USD pro Tag, obwohl sie etwas Grund und Boden besitzen. Meistens fehlt ihnen noch das Knowhow, um diesen ertragreich bewirtschaften zu können.
Der Englischunterricht trägt bereits Früchte. Unsere Jugendlichen heißen unsere Gäste immer herzlich willkommen. Sie sind glücklich, wenn sie sich über ein Lächeln und den Blickkontakt hinaus mit Worten verständigen können und sie werden immer mutiger, ihr Englisch zu nutzen, um so über Fragen und Antworten Kontakte zu knüpfen und um ein wenig über die Welt draußen zu erfahren.
Englisch und Deutsch sind für Kambodschaner wirklich schwer zu lernen, da sie sich vom Khmer sowohl in Laut, als auch in Schrift und Grammatik sehr unterscheiden. Trotzdem hat auch der Deutschunterricht bei vielen Schülern Begeisterung hervorgerufen. Wir haben mit einfachen Sätzen begonnen, die helfen, eine kleine Kommunikation mit deutschen Gästen aufzunehmen, die zeigt, dass man sich über diese Begegnung freut, und die hilft, etwas über den anderen zu erfahren.
Sehr beliebt ist natürlich der Computerunterricht. Diese Kenntnisse sind unumgänglich, um in der Tourismus- oder in der Gastronomie- Branche einen guten Job zu bekommen.
Noch haben wir nicht genügend Laptops und auch unsere Solaranlage muss nochmals aufgerüstet werden.
Damit die Mädchen lernen können, Kleidung auszubessern oder gar selbst zu nähen, haben wir Nähmaschinen angeschafft. Doch diese waren nicht nur für sie, sondern auch für die Jungen eine große Attraktion. Ohne Strombetrieb ist das zwar nicht so einfach, aber die jungen Leute sind geschickt und begreifen schnell, mit Hilfe von Händen und Füßen die Maschinen zu bedienen.
Da einige junge Frauen aus den umliegenden Dörfern ebenfalls nähen lernen möchten, werden wir ihnen künftig die Möglichkeit bieten, einen Nähkurs an unserer Schule zu besuchen.

Angesichts der Nähe zu den Tempeln von Angkor Wat bietet es sich geradezu an, den Schülern Kunstunterricht zu geben. Anfangs hat einer unserer Unterstützer zwei große Koffer voll Wasserfarben und Farbstifte mitgebracht.
Die Jungs und Mädchen haben mit viel Liebe begonnen, die Briefe für die Pateneltern zu dekorieren und sie haben für einige Spender Plakate zum Dank gemalt. Vier bis fünf Jugendliche saßen um ein Bild herum und gestalteten mit Farben, Lachen und großer Freude ein harmonisches Werk. Dabei hatten viele von ihnen bisher selten Farbstifte in den Händen gehabt.
Venerable Chheourn, der leitende Mönch unserer Hilfsorganisation LHA, hat zum ersten Mal in seinem Leben mit viel Vergnügen mit Filzstiften gezeichnet und er kann nun verstehen, warum wir auch künftig Kunstunterricht fürs seelische Wohlbefinden anbieten.
Ein Glück, dass ganz in der Nähe unseres Dorfes ein Kunstmaler lebt, der nun professionellen Kunstunterricht erteilt.
Un
ser 2. Vorsitzender Zahnarzt Dr. Walter Keller behandelt jährlich über mehrere Tage hinweg unsere Schüler und gibt Aufklärung über Mundhygiene. So mancher Zahn muss weichen, da es um letztere schlecht bestellt ist. Unsere Kinder und Jugendlichen und auch unsere Lehrer saßen anfangs meist recht ängstlich im Wartebereich, denn sie konnten nicht glauben, dass man eine Zahnbehandlung auch ohne starke Schmerzen überstehen kann.
Auf dem Land gibt es keine Zahnärzte. Hat man kein Geld, um in die Stadt zu fahren, so muss man eben durchhalten, bis der Zahn sich nicht mehr rührt oder jemand versucht, ihn zu reißen. Beides ist furchtbar quälend.
Manchmal bringen wir schöne, fast neuwertige Kleidung aus Deutschland mit, aber diese reicht bei weitem nicht. Auch das Fluggepäck wird immer mehr begrenzt.
So manches Shirt und viele Hosen sind abgetragen und auch löchrig. Nicht wenige tragen ihre Schulkleidung auch in ihrer Freizeit. Also gehen wir mit unseren Patenjugendlichen, die aus den ärmsten Familien kommen, gruppenweise ins Dorf und kaufen Jeans, T-Shirts und auch Jacken.
Dieser Einkauf ist immer das Ereignis: Sturm auf den Ladentisch – die einen werden schnell fündig, andere sind noch nicht gewohnt, Kleidung für sich selbst auszusuchen. Da muss man schon helfen und beraten. Eine interessante Methode: Wenn der halbe Bund um den Hals herum reicht, so passt die Jeans auch um die Taille herum. Wir geben mittlerweile den Shop-Besitzerinnen ein paar Tage vorher Bescheid und sie besorgen ansprechende Kleidung für jeden Geschmack.
Dann gibt’s natürlich noch ein Zuckerl: Die Mädchen finden Haargummis mit Seidenblumen schön und die Jungens wünschen sich ihren ersten Gürtel. Und plötzlich merkt man, dass ja einige barfuß oder die Schuhe eingerissen sind. Also werden auch noch Flip Flops gekauft. Und dann stellt sich heraus, dass viele gar keine Unterwäsche haben.
Viele der Kinder und Jugendlichen können nun zum ersten Mal neue Kleidung selbst auswählen. Ihre Augen strahlen und vor lauter Freude bedanken sie sich immer wieder und auch noch in den nächsten Tagen.

Kambodscha war einmal ein blühendes Agrarland mit 3 Reisernten im Jahr und die Tempel von Angkor sind Zeugen davon. Um die Jugendlichen mit ihrer kulturellen Vergangenheit und der Kraft ihrer Urahnen zu verbinden, besuchen wir jeweils mit den 7. Und 9. Klassen diese alten Kulturstätten. Sie sollten sehen, mit welch großem Interesse sie die Geschichten aus längst vergangener Zeit einsaugen und aufschreiben.
Zur besonderen Freude gibt’s zwischendurch ein leckeres Picknick und ein Eis. Für Letzteres sorgen meist unsere deutschen Gäste.
Wir haben häufig Besuch aus Deutschland: Leute, die sich ein Bild von dem machen möchten, wofür sie spenden.
Ein Versprechen, das wir zu 100 % einlösen können: Ein Tag an unserer Schule wird zum unvergesslichen Ereignis, das die Herzen der Jugendlichen und der Gäste öffnet.
Die Schüler singen für Sie, üben ihr Englisch und ein wenig Deutsch mit Ihnen und berühren Sie mit ihren strahlenden Augen. Sie sind dankbar für Ihre Zuwendung – und Sie werden noch lange daran denken.
Wir grüßen Sie ganz herzlich und wünschen Ihnen viel Freude und Erfolg
Gerlinde und Siegfried Zinkeisen, Walter Keller und Sybille Koopmann
( Vorstandsteam: Hilfe für Kinder in Kambodscha )
Bildervideo: Willkommen in der Angkor-Thom Junior-High-School
http://www.youtube.com/watch?v=6AUg8Mu8l5w