Hilfe für Kinder in Kambodscha
Angkor Peak Sneng Junior High School
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aktueller Bericht

Liebe Freunde und Unterstützer unserer Realschule in Kambodscha,

 

vor unserem Bericht über vier wunderschöne Wochen in Kambodscha vorab unser Wunsch und unsere Einladung: Kommt nach Kambodscha und seht, wie unsere Schule sich nicht nur räumlich erweitert hat, sondern wie auch eine wunderschöne Atmosphäre entstanden ist. Das neue Schulgebäude bietet zusätzlich 91 Schülern einen Bildungsweg, der eine glücklichere Zukunft eröffnet und es ist nun auch genügend Platz für Computer-, Näh-, Kunst- und Werkunterricht.


Entsprechend musste natürlich auch unsere Mensa vergrößert werden und so erhalten nun 230 Schüler ein Mittagessen, bestehend aus Reis, Gemüse und ein wenig Fleisch oder Fisch. Die Boarder bekommen zusätzlich Frühstück und Abendessen. Sehr wünschenswert wäre eine bessere Vitaminversorgung durch ausreichend Obst, was leider aus Kostengründen zur Zeit nicht möglich ist. Ab und zu gibt es eine Nachspeise aus Süßkartoffeln aus unserem Garten, welche die Jugendlichen sehr lieben. Unsere Schüler sind wirklich nicht anspruchsvoll und sehr zufrieden mit dem Essen.



Ein Erlebnis ganz besonderer Art wurde  unser Freudenfest(fotos.web.de/zinkeiseng/JHS-N9_-_Schulfest ) anlässlich der Einweihung des neuen Schulgebäudes. Unter den Gästen waren unsere Schüler und ihre Angehörigen,  unsere Lehrer und die Angestellten von Life and Hope, der Bürgermeister, die Vorsitzende des Elternkomitees und diejenigen, die unsere Schule gebaut haben. Bei ihnen allen wollten wir uns mit kleinen Geschenken bedanken. Besonders berührend war es, als sich herausstellte, dass am Tisch der Arbeiter 22 junge Frauen und 3 Männer saßen. Sie strahlten, als sie zu ihrer Überraschung je einen Sarong geschenkt bekamen. Solch eine Anerkennung hatten sie wohl nicht erwartet. Die Kraft der kambodschanischen Frauen ist beeindruckend, denn ganz häufig sind sie die alleinigen Ernährer der Familie. Viele Mütter waren zu unserem Fest gekommen, während nur wenige  Väter anwesend waren.


Immer wieder bedankten sich die Vorsitzende des Elternkomitees und mehrere  Mütter dafür, dass wir ihren Kindern diese Ausbildung ermöglichen. Der Bürgermeister bedankte sich im Namen der Eltern bei den deutschen Spendern und anschließend, nach der offiziellen Feierlichkeit, wurde die Mensa zum Tanz freigegeben. Unsere   Jugendlichen,  die Kinder vom nahegelegenen Kinderdorf und die Erwachsenen genossen dieses noch nie dagewesene Spektakel aus Dank, Freude und Begeisterung.





 





Zum Fest hatten viele Jugendlichen schöne T-Shirts an, die wir ihnen zum Teil aus Deutschland mitgebracht hatten. Lauter fast neuwertige Sachen, aber sie reichten nicht für alle. So manches Shirt  und viele Hosen waren abgetragen und auch löchrig. Nicht wenige hatten ihre Schulkleidung an.  Also sind wir mit 51 Patenjugendlichen, die aus den ärmsten Familien kommen, gruppenweise ins Dorf gefahren und haben privat für sie Jeans, T-Shirts und auch Jacken gekauft. Morgens war es doch sehr kalt und die mitgebrachten Jogginganzüge  reichten nicht für alle.

 


Dieser Einkauf(fotos.web.de/zinkeiseng/N9_-_Hurra_-_neue_Kleidung) war das Ereignis: Sturm auf den Ladentisch – und dann wurde die Kleidung anprobiert. Eine interessante Methode: Wenn der halbe Bund um den Hals herum reicht, so sollte die   Jeans auch um die Taille herum passen. Natürlich war zuerst nicht genügend Auswahl für alle, doch die beiden Shopbesitzerinnen hatten einen guten Blick für Größen und Geschmack der Jugendlichen und so bekamen innerhalb von 3 Tagen alle Jugendlichen  ihre Kleidung. Die meisten hatten noch nie neue  Kleidung selbst auswählen können. Ihre Augen strahlten nun ganz besonders, und vor lauter Freude bedankten sie sich immer wieder und auch noch in den nächsten Tagen.

Dann gab’s noch ein Zuckerl: Die Mädchen fanden Haargummis mit Seidenblumen schön und die Jungens wünschten sich ihren ersten Gürtel. Unsere Jüngste fand als Letzte endlich doch noch ein wunderschönes gelbes Shirt. Und als sie auch noch ein weißes Paar Flip Flops bekam ( sie besaß keine Schuhe ), war sie überglücklich.    


Wenn wir nur diese Freude mehr Jugendlichen zuteil werden lassen könnten! Viele von unseren neuen Schülern sind sehr armselig gekleidet. Und dass Kinder keine Schuhe, aber trotzdem einen langen Schulweg haben, das gibt es auch. Dieser Einkauf hat nicht nur unsere Schüler, sondern vor allem auch uns selbst glücklich gemacht.


Damit die Mädchen lernen können, Kleidung auszubessern oder gar selbst zu nähen, haben wir 5 Nähmaschinen angeschafft. Doch diese waren nicht nur für sie, sondern auch für die Jungen eine große Attraktion. Ohne Stromantrieb ist das zwar nicht so einfach, aber die jungen Leute waren geschickt und hatten schnell begriffen, mit Hilfe von Füßen und Händen die Maschinen zu bedienen. Gegen Ende unseres Besuches nähten einige bereits mit Hilfe der Handarbeitslehrerin gerissene Stellen ihrer Shirts und Jeans wieder ordentlich zusammen.







Große Begeisterung hat auch der Deutschunterricht (fotos.web.de/zinkeiseng/JHS-N9_-_Wir_lernen_deutsch)hervorgerufen. Wir haben mit einfachen Sätzen begonnen, die ermöglichen, Kontakt zu Deutschen aufzunehmen, die zeigen, dass man sich über diese Begegnung freut, und die helfen, etwas über den anderen zu erfahren. Jeden Tag wurden wir in deutscher Sprache von immer mehr mutigen Schülernwillkommen geheißen und als wir gegen Ende unseres Besuches deutsche Gäste mitbrachten, fragte eine junge Frau:  Oh, Ihr lernt auch deutsch?

 

 


Die Freude unserer Schüler an der Kommunikation hat uns dazu bewegt, für die Interessiertesten einen Deutschlehrer zu engagieren - und wir hatten Glück: Ein sehr liebenswerter Psychologe, der Siem Reap zu seinem Alterswohnsitz gewählt hat, gibt bereits ehrenamtlich   für Reiseführer Deutschunterricht.  Unter seiner Leitung  wird nun sein bester kambodschanischer Schüler zweimal die Woche etwa 15  Schülern der 8. und 9. Klasse jeweils deutsch beibringen.

 

Der Englischunterricht trägt nun auch schon Früchte,   und so konnten wir uns mit einigen Jugendlichen erstmals ein wenig unterhalten. Sie sind glücklich, wenn sie sich über ein Lächeln und  den Blickkontakt hinaus auch mit Worten verständigen können.  Besucht sie, ihr Dank und ihre Liebe werden Euch bezaubern.


Angesichts der Nähe zu den Tempeln von Angkor Wat bietet es sich geradezu an, den Schülern Kunstunterricht(fotos.web.de/zinkeiseng/JHS-N9_-_Kunstunterricht) zu geben. Einer unserer Unterstützer brachte dafür zwei große Koffer voll Wasserfarben und Farbstifte mit.


Die Jungs und Mädchen haben mit viel Liebe begonnen, die Briefe für die Pateneltern zu dekorieren und sie haben für einige Spender Plakate zum Dank gemalt. Vier bis fünf Jugendliche saßen um ein Bild herum und gestalteten mit Farben, Lachen und immer strahlender werdenden Augen ein harmonisches Werk. Dabei hatten viele von ihnen bisher  selten  Farbstifte in den Händen gehabt. Ven. Chheourn, der leitende Mönch unserer Hilfsorganisation LHA, hat zum ersten Mal in seinem Leben, mit großem Vergnügen, mit Filzstiften gezeichnet und er kann nun verstehen, warum wir  Kunstunterricht fürs seelische Wohlbefinden anbieten.

 

Es gibt nichts Schöneres, als Menschen, insbesondere Kinder und Jugendliche, glücklich zu sehen und sie aus dem Leid und der Armut ihrer Familien herauszuholen.(fotos.web.de/zinkeiseng/N9_-_Besuch_im_Dorf)

Links ist Ponloks Haus, dessen Mutter froh ist über die 30  Bananenstauden, die wir ihr gegeben haben, damit sie sich eine Einnahmequelle für ihre vier Kinder, zwei Neffen und drei Enkel schaffen kann. 


Etwas Glück haben wir auch in Sinourns große Familie gebracht, die fast ausschließlich  vom  Verkauf der Reisfladen lebt, welche die Mutter bäckt und am Straßenrand verkauft. Es gibt laufend Streit mit dem Ehemann  und so ist sie dankbar,  dass ihre älteste Tochter in unserem Boardinghouse leben kann und sie einen Esser weniger zu verköstigen hat.     


        

Dieses freundliche junge Mädchen auf dem Bild nebenan ist Chen, die  bei ihrer kranken Großmutter lebt und sich nach der  Schule um sie kümmert.  Sie kocht und hält die  kleine Behausung  in Ordnung.(fotos.web.de/zinkeiseng/JHS-N9_-_Freude)





Ganz besonders bewundern wir die Frauen. Sie sorgen häufig allein für ihre großen Familien, sie verdienen unsere Achtung und Unterstützung.  Ihre Kinder sind ihre Altersversorgung und wir wollen diese befähigen, das Leben in der Familien- und Dorfgemeinschaft künftig glücklicher und lebenswerter zu gestalten. (fotos.web.de/zinkeiseng/JHS-N9_-_rama_dama)

 

Liebe Freunde und Unterstützer unserer Realschule, die laufenden Kosten haben sich durch die Erweiterung unserer Schule sehr erhöht. Für die neuen 91 Schülern müssen wir auch die Kosten für entsprechend mehr Lehrer, Schul- und Freizeitkleidung, Lehr-  und Lernmaterialien und für das Essen aufbringen. Die Solaranlage, der Brauchwasserpool und der Schulgarten müssen erweitert werden, etc.  

Mit Eurer Hilfe haben wir eine Menge erreicht und es konnte bereits viel Licht, Freude und Hoffnung in die Familien von Peak Sneng  gebracht werden. Die Jugendlichen und ihre Familien haben uns ihren  Dank in wunderschöner Weise gezeigt. Ihn wollen wir mit diesem Bericht und diesen Bildern an Euch weitergeben.

 

Auch wir danken Euch ganz herzlich und wünschen Euch viel Freude, Gesundheit und Erfolg 

                                                                           

                                                      Gerlinde und Siegfried Zinkeisen   

Bericht Februar 2009: http://docs.google.com/Doc?docid=0ATWmvZRoD_wZZGQ2anM0cDJfMTRmMmpiNGNkMg&hl=de

Bericht März 2010 : http://docs.google.com/Doc?docid=0ATWmvZRoD_wZZGQ2anM0cDJfMjhjamczZjlnMw&hl=de

Bericht Carina Zinkeisen März 2010 :http://docs.google.com/Doc?docid=0ATWmvZRoD_wZZGQ2anM0cDJfMjNqc3NucTdmcQ&hl=de

 



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