| Kambodscha ist das Land mit den vielleicht großartigsten Kulturschätzen der Welt, den Tempeln von Angkor Wat. Sie sind Zeuge einer ehemals blühenden Kultur und ziehen jährlich viele Tausende von Touristen an.
Doch nur wenige Kilometer davon entfernt auf dem Lande herrscht häufig bittere Armut und ein sehr niedriges Bildungsniveau. Den Menschen fehlen die praktischen und die bildungsmäßigen Voraussetzungen, um am wirtschaftlichen Aufschwung des Tourismus teilzuhaben. Sie können die Chancen für ein besseres Leben kaum nutzen.
Ursache dafür ist eine von Leid geprägte Vergangenheit: Mehr als 30 Jahre Bürgerkrieg und die Gewaltherrschaft der Roten Khmer ( 1975 – 1979 ), deren Untergrundkämpfe bis 1998 dauerten, haben das Land wirtschaftlich und bildungsmäßig ruiniert. Etwa 3 Millionen Menschen wurden umgebracht, die gebildete Mittelschicht fast ganz ausgelöscht, ungefähr 800 Krankenhäuser und 5800 Schulen zerstört.
Lange Zeit waren die meisten Schulen geschlossen, und die Menschen hatten keine Möglichkeit, auch nur lesen und schreiben zu lernen. Daher sind fast zwei Drittel der Bevölkerung Analphabeten. Ein Drittel lebt unterhalb der Armutsgrenze von einem Dollar pro Tag.
Heute gibt es zwar offiziell eine Schulpflicht, aber es mangelt an Schulen, an gut ausgebildeten Lehrern und an dem notwendigsten Lehrmaterial. Überfüllte Klassen machen das Lernen nicht gerade leicht. Die Lehrer verdienen so wenig, daß sie von ihrem Gehalt allein nicht leben können. Daher bleibt ihnen meist nichts anderes übrig, als von den Eltern der Kinder Geld zu verlangen.
In manchen Dörfern gibt es nur eine zweiklassige Schule, welche einige Kinder wiederholt besuchen, um soviel wie möglich lernen zu können.
Viele Kinder können nicht oder nur sehr unregelmäßig zur Schule gehen, da sie zum Lebensunterhalt ihrer Familie beitragen müssen, indem sie Reiseandenken verkaufen, auf dem Feld arbeiten oder betteln gehen. Auch fehlt ihren Eltern oft das nötige Geld für die Bücher, die Schuluniform und den Lehrer.
Etwa 60% der Kinder haben eine abgeschlossene Grundschulausbildung. Nur ein Drittel davon sind Mädchen, da sie meist früh im Haushalt mithelfen oder als Dienstmädchen Geld dazu verdienen müssen.
Besonders auf dem Lande haben viele Menschen kaum eine Chance, aus dem Kreislauf von Hunger, Elend und Unwissenheit heraus zu kommen. Sie haben wenig Hoffnung auf eine Verbesserung ihrer Lebensituation und die ihrer Kinder.
Eine gute Schul- und Berufsausbildung der Kinder und Jugendlichen bildet die Basis für eine hoffnungsvolle und lebenswerte Zukunft – und wir haben die Möglichkeit, dazu beizutragen.
Voluntäre herzlich willkommen !
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